Die totale Performance eines Parallelrechners ist nicht nur von der
Rechenleistung abhängig. Mindestens so wichtig ist die
Kommunikationsarchitektur und die Kommunikationsleistung. Die
intelligente Kommunikation des MUSIC eignet sich vorallem für
Probleme, die im Datenraum parallelisiert werden können. Auf jedem
Rechenknoten wird das gleiche Programm ausgeführt
(SPMD-Maschine
), jedoch mit
anderen Daten gerechnet. Bildbearbeitung ist ein Gebiet, das sich
sehr gut zur Parallelisierung im Datenraum eignet; meistens lässt
sich die Parallelisierung so aufteilen, dass jeder Prozessor einen Teil
des Gesamtbildes berechnet. Die intelligente Kommunikation des
MUSIC-Systems kommt dem sehr entgegen: über die Kommunikation lassen
sich Bilddaten einfach und effizient verteilen und wieder
einsammeln zur Darstellung, anderseits erfolgt die Synchronisation der
Prozessoren auf ein nächstes Bild einfach durch die Kommunikation.
Mit einer Kommunikationsbandbreite von gegenwärtig 5 Millionen 32
bit Werten pro Sekunde lassen sich bei einer Bildschirmgrösse von 512 mal 512
Punkten 20 Bilder in der Sekunde kommunizieren. Durch eine
Farbreduktion lässt sich diese Rate weiter steigern. Der
Kommunikationsoverhead ist beim MUSIC-System klein. Tabelle
3.1 zeigt die Werte einiger bekannter Systeme. Dabei
muss aber beachtet werden, dass bei einer Kommunikation zu allen
Prozessoren oder von allen Prozessoren beim MUSIC-System der
Kommunikationsoverhead gleich bleibt, bei anderen Systemen kann er mit
der Anzahl der an der Kommunikation beteiligten Prozessoren wachsen.
Tabelle 3.1: Latenzzeit und Kommunikationsbandbreite verschiedener Systeme.