Unter dem Moto «Transforming Health with AI» hat diese Woche hat das Deep Learning Zürich Meetup in der SCS stattgefunden. Etwa 70 Gäste folgten dabei den Einblicken, die Pascal Kaiser, Supercomputing Systems AG in die AI-unterstützer Diagnostik in der Ophthalmologie eröffnete und Dr. Matteo Manica, IBM Research (Zürich), der über die AI-unterstützte Suche von pharmazeutischen Wirkstoffen referierte.

Pascal Kaiser referiert über die AI-unterstütze Diagnostik in der Ophthalmologie

 

Digitalisierung – Tor zu einem neuen Zeitalter

Der Raum war voll und heiss, als Prof. Dr. Dirk Helbing auf die Herausforderungen und Potenziale der digitalen Entwicklung einging.  Es wurde klar, dass es an uns liegt, die Verantwortung dafür mitzutragen, dass die technologischen Möglichkeiten zugunsten eines menschenwürdigen, nachhaltigen Lebens auf unserem Planeten genutzt werden. Die Würde des Menschen stellte Herr Helbing zuoberst. Sie soll, wie in der Verfassung mit Ewigkeitsrecht verankert, unantastbar bleiben.

Prof. Jane Royston führte uns über ihren persönlichen Werdegang durch verschiedenste Situationen und Inflection-Points. Besonderes Augenmerk richtete sie darauf wie es ist als Frau in einem Männer-dominierten Feld wie dem Engineering oder der Technologiebranche zu arbeiten.

Auch wenn sich Frauen langsam im Engineering etablieren gibt es weiterhin viel Nachholbedarf. Vor allem wenn es in Richtung Führungsverantwortung geht. Jane motivierte die ca. 40 Zuhörerinnen ohne zu zögern „Ja“ zu sagen, wenn es eine attraktive Gelegenheit gibt, mehr Verantwortung im Beruf und in Führungsrollen zu übernehmen. So sagte sie selbst immer wieder «Ja» zu neuen Herausforderungen. Im Nachhinein war Jane Royston oft selbst überrascht über ihren Mut. Sie führte aus, dass Frauen und Männer unterschiedlich sind und dass Frauen die Verantwortung haben weiblich assoziierte Eigenschaften in die Unternehmen zu bringen. Frauen sind beispielsweise oft die besseren Zuhörerinnen und bringen nachhaltige Werte in Unternehmen. Nach einer angeregten Diskussionsrunde führten wir weitere inspirierende Gespräche bei einem Apero.

Wir freuen uns alle bereits auf den nächsten „SCS get together – Women in Engineering“ Anlass von SCS im Herbst 2019.

SCS Get Together Women in Engineering

Letzte Woche waren wir stolze Gastgeber des „Women in Digital Health“ Meetups. Während des Meetups hat SCS-Projektleiterin Dr. sc. Susanne Suter die Diskussion der Nutzung von künstlicher Intelligenz für medizinische Softwareanwendungen eröffnet. Konkret präsentierte sie unsere Erkenntnisse über den Einsatz künstlicher Intelligenz, insbesondere von Machine Learning und Deep Learning, in medizinischen Anwendungen wie auf der Intensivstation, der Ophthalmologie oder der Fruchtbarkeitsmessung. Wir hatten einen inspirierenden Abend mit vielen bereichernden Diskussionen unter den Teilnehmenden.

Diese Woche durften wir erfolgreich den ersten Tech-Event dieses Jahres durchführen. Joel Casutt, Florentin Marty und Patrick Wernli führten unsere rund 200 Gäste in die Vision des gezogenen Diagnosefahrzeug ein, wie das Zentrale System funktioniert, Daten sammelt, verarbeitet, aufbereitet und visualisiert, wie auch welche Sensoren verwendet werden und welche ersten Erkenntnisse bereits aus den Daten gezogen werden konnten.

Niko Paech, Dozent an der Universität Siegen, führte uns in seinem hoch spannenden Referat in das Dilemma zwischen Wachstumszwang und Wachstumsgrenzen ein. Aus seiner Sicht ist dem Klimawandel und den durch Physik und Ökologie gegebenen natürlichen Grenzen nicht mit einer Energiewende durch „grünes Wachstum“ beizukommen. Es braucht zusätzlich eine Rückbesinnung auf ein genügsames Leben.

Als Lösungsansatz schlägt Niko Paech vor, dass wir uns zu selbstwirksamen Prosumenten entwickeln, die Dinge wieder vermehrt selber produzieren (z.B. Gemeinschaftsgärten, Möbel), Dinge vermehrt gemeinschaftlich nutzen (z.B. Auto, Rasenmäher) sowie Dinge länger gebrauchen (z.B. Kleider, Haushaltgeräte reparieren). Dies gilt nicht nur für uns als Individuen, sondern auch für die Unternehmen. Was, wenn vermehrt auf Reparatur, Umnutzung und Modernisierung gesetzt würde statt ausschliesslich auf Neubeschaffung?

ganzer Denkanstoss

Kooperation versus Aggression – Grundmotivationen des Menschen aus neurowissenschaftlicher Sicht

„Der Aggressionstrieb ist tot,“ sagte Prof. Dr. Joachim Bauer zu den ca. 200 anwesenden Gästen. Er erklärte, dass die modernen Neurowissenschaften Freuds Theorie mittlerweile klar widerlegt haben. Aggression sei aus neurobiologischer Sicht ein reaktives Verhalten, das u.a. durch Verletzung, Ablehnung, Bedrohung, oder durch Ausschluss aus einem sozialen Gefüge entsteht. Im Umkehrschluss betonte er die Wichtigkeit von Wertschätzung, Anerkennung und Einbezug, die sich hirnphysiologisch positiv auswirken: Es werden Hirnregionen aktiviert, welche die angeborene Fähigkeit zu Kooperation, Begeisterung und Kreativität fördern.

Zur vertieften Auseinandersetzung mit diesem Thema stehen folgende Bücher von Prof. Bauer zur Verfügung:

  • Das Gedächtnis des Körpers – Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern (Piper TB)
  • Warum ich fühle was du fühlst – Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone (Heyne TB)
  • Selbststeuerung – Wiederentdeckung des freien Willens (Heyne Taschenbuch)

 

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