Ausgangslage
Die SBB misst mit HFO-Systemen (Heissläufer- und Festbremsortung) die Lager- und Radtemperaturen vorbeifahrender Züge auf offener Strecke. Festbremser oder zu heisse Radlager schädigen das Rollmaterial und können zu Achs- oder Radbruch und damit zur Entgleisung führen. Überschreiten die Temperaturen die definierten Grenzwerte, wird ein Alarm ausgelöst. Auf Streckenabschnitten, auf denen ein Zug nicht kurzfristig angehalten werden kann, etwa im Gotthard-Basistunnel, kommt dieser Alarm unter Umständen zu spät für einen optimalen betrieblichen Eingriff. Eine frühere Erkennung ermöglicht es, gefährdete Züge bereits vor kritischen Abschnitten aus dem Verkehr zu nehmen und Streckenblockaden zu vermeiden.

Der Beitrag von SCS
Dafür kombinierte SCS die historischen HFO-Messdaten mehrerer Kontrollstellen und entwickelte ein Modell, das die Temperaturentwicklung achsweise bewertet und daraus das Risiko eines bevorstehenden Festbremser-Alarms ableitet.
Ergebnis
Die Studie zeigte, dass sich drohende Festbremser anhand aufeinanderfolgender HFO-Messungen bereits vor einer Grenzwertüberschreitung erkennen lassen. Damit könnten betroffene Züge vor kritischen Streckenabschnitten aus dem Verkehr genommen werden, bevor sie den nachfolgenden Betrieb beeinträchtigen.
1 : 1’000’000
angestrebte maximale Fehlalarmrate pro analysierter Achse.
1 Kontrollstelle voraus
Prognose eines möglichen Alarms an der nächsten HFO-Kontrollstelle.



